Das goldene Haar

Das goldene Haar

Ein Riese geht durch den dichten grünen Wald, an einem breiten Weg bleibt der Riese mit der dicken Knollennase stehen. Vor ihm auf einer grob zusammengehauenen Bank sitzt ein schönes blondes Mädchen mit langen blonden, leuchtenden Haaren, das Haar leuchtet in der strahlenden Sonne wie Gold. „Aua, was soll das?“ Erschrocken springt das schöne blonde Mädchen auf, dreht sich blitzschnell herum und sieht gerade noch einen großen, kräftigen und stämmigen Riesen davoneilen, so schnell, dass sie ihn gerade noch erblicken konnte. Mit seinen riesigen, kräftigen Beinen ist er schneller als ein Rennpferd.
„Das sag ich meinem Vater, dem König, dass du mir ein Büschel Haare ausgerissen hast. Dann schickt er seine Ritter hinter dir her, du Grobian“, brüllt die schöne blonde Prinzessin hinter ihm her, vor Zorn wird sie ganz rot im Gesicht.
Schnell eilt sie in das schöne, prächtige Schloss. Von Gold gerahmte Bilder hängen im großen Eingangsbereich, Ahnen schauen von den Wänden das wütende Mädchen an. Sie eilt zu ihrem Vater.
„Vater, Vater, ein böser Riese ist im dunklen Wald, er hat mir ein Büschel Haare ausgerissen und eilte davon.“ Verstört und wütend steht sie vor ihrem Vater. „Du warst doch nicht im Wald, Xenia?“ – „Nein, Vater, ich saß auf der uralten Bank, die am Waldrand steht, wo ich so gerne sitze und den Vögeln lausche, es ist ein herrlicher Gesang. Vater, da griff mir jemand in die Haare und riss mir ein Büschel heraus, ich sprang vor Schmerzen auf, drehte mich herum und sah einen fürchterlichen Riesen davoneilen.“ Vor Wut ballt sie die Fäuste, schaut ihrem Vater in die Augen.
Eilig verlässt der König den prachtvollen Saal, lässt aufsatteln und den Riesen verfolgen.
Xenia geht in ihr Kleiderzimmer, vor dem großen Spiegel bleibt sie stehen, bestaunt ihr schönes goldenes, seidiges Haar. Der Riese läuft zu einem großen Berg, bleibt vor einer großen, breiten Höhle stehen. „Komm heraus, du Wicht, und gib mir meine Kette zurück.“ Wütend steht der Riese vorm Höhleneingang und wartet. Vor einem Tag kam er hier schon mal vorbei, ein Kettenglied seiner schweren Goldkette war gebrochen, ohne dass er es gemerkt hatte. Er verlor sie. Die Zwerge fanden und reparierten sie, die Zwerge sahen, wie der Riese vor dem Eingang suchte. Der weiseste Zwerg ging zu ihm.
„Suchst du diese goldene Kette, Riese?“ – „Die gehört mir, her damit!“, brummte der Riese und griff nach der goldenen Kette. Flink steckte der weise Zwerg sie in seine Hosentasche und stellte sich so in den Eingang, dass der Riese ihn nicht erwischen konnte.
„Ich habe deine Kette repariert, aber du bekommst sie erst zurück, wenn du mir ein Büschel Haare bringst, von der Prinzessin Xenia.“ Der kräftige Riese machte sich auf den Weg, riss der schönen Prinzessin ein Büschel Haare aus und eilte zur Höhle zurück. Wütend steht der große, kräftige Riese nun vor dem Höhleneingang und wartet. Der weise Zwerg geht zu ihm, verlangt das Büschel Haare. Strahlend vor Freude gibt er dem Riesen seine Kette, eilt mit dem Büschel Haare zu seinem Kessel. Der Riese bestaunt seine Goldkette, an der Kette hängt ein riesiger Rohdiamant von 80 Karat. Die Goldkette ist sehr dick und schwer aus reinem Gold. Glücklich und zufrieden geht der Riese nach Hause.

© Heiko Wohlgemuth