Der Zwerg Klops

Der Zwerg Klops

Da gibt es einen niedlichen, wunderschönen kleinen Zwerg, der sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch sehr nett und freundlich, strahlt immer, egal ob es regnet oder schneit. Klops ist 45 cm groß, hat einen knorrigen Stock bei sich, wandert mit seinem Stock durch die Welt. An jedem armen Haus, an dem Klops vorbeikommt, klopft er mit seinem knorrigen Stock an. Wenn Klops eine Antwort erhält, geht er blitzschnell hinein und ruft strahlend: „Hallo, wartet mit Euren Fragen, bis ich den Tisch gedeckt habe.“ Erschrocken warten die Leute, Klops holt einen kleinen Beutel aus seiner Tasche, öffnet ihn, holt einen winzigen Tisch, vier winzige Stühle und ein winziges Fässchen heraus, stellt alles auf den Boden.
Die winzigen Gegenstände wachsen, bis sie eine normale Größe erreicht haben. Das Fass dreht sich, schwupp, öffnet es sich und die feinsten Delikatessen stehen auf dem Tisch. Das Fass dreht sich noch einmal, schwupp, stehen die feinsten Getränke auf dem Tisch. Klops ruft den Leuten zu: „Setzt Euch, lasst es Euch schmecken!“ Freudestrahlend setzen sich die armen Leute, bedanken sich und genießen das köstliche Mahl. Der Tisch füllt sich immer wieder, bis alle satt sind. Klops unterhält sich mit den Leuten, danach ruft Klops: „Winzig, winzig, winzig klein soll alles sein! Hopp, hopp, hopp, voll, voll, voll soll die Speisekammer sein!“ Die Speisekammer füllt sich, Klops nimmt seine Miniaturen, verabschiedet sich und eilt davon, um den nächsten armen Menschen zu helfen.
Klops wandert freudestrahlend an einer blühenden Wiese entlang, legt sich müde auf die blühende, duftende Wiese, schläft. Am frühen Morgen wandert Klops weiter. Der Wald ist so dicht, dass Klops die Sonne nicht sehen kann. Lächelnd läuft Klops einen schmalen Weg entlang, hinter einem dicken Baum ist der Weg zu Ende. Klops steht vor einem kleinen Ort und eilt die schmale Straße entlang, sieht ein altes, kaputtes, aber bewohntes Haus, bleibt stehen, geht zur Tür und klopft mit seinem knorrigen Stock an die kaputte Tür. „Herein, wenn es kein Witzbold ist“, ruft ein armer alter Mann. Blitzschnell geht Klops in das alte, halb zerfallene Haus.
„Guten Tag, der Herr, wartet einen Moment, denn könnt Ihr speisen.“ Klops holt seinen Beutel aus seiner Tasche, die er bei sich trägt, nimmt die Miniaturen aus dem Beutel stellt sie auf den Boden. Schwupp, wächst alles, bis es eine normale Größe erreicht hat. Das Fass dreht sich und schon stehen die köstlichsten Speisen auf dem Tisch. Der alte grauhaarige Mann strahlt und setzt sich schnell an den gedeckten Tisch, denn er hat seit zwei Tagen nichts mehr gegessen.
„Ihr seid aber hungrig“, meint Klops lächelnd und setzt sich neben den Herrn an den Tisch. „Mhm, lecker! Ja, mein kleiner netter Freund, seit zwei Tagen habe ich nichts mehr gegessen. Ich warte auf die Rückkehr meines Sohnes, er wollte schon vor zwei Tagen zurück sein, er ist mit unseren Schafen in die große Stadt gegangen, um sie zu verkaufen. Mhm, das schmeckt richtig gut, danke, mein kleiner Freund.“ Er greift zu und schaut Klops lächelnd vor Freude an. „Ich heiße Klops, Euer Sohn wird sicher bald zurück sein. Greift nur zu, lasst es Euch schmecken.“ – „Ich heiße Harald.“ Klops isst auch etwas von den Köstlichkeiten. „Danke für das Essen, mein kleiner Freund. Möchtest du heute Nacht hier bleiben? Es ist ja schon dunkel, da auf dem Sofa kannst du es dir gemütlich machen, wenn du möchtest.“ Der Alte zeigt zu einem kleinen kaputten Sofa. „Danke, Harald, ich bleibe bis morgen früh. Wenn die Sonne aufgeht, wandere ich weiter.“ Klops ruft seinen Zaubertext, nimmt die Miniaturen und steckt sie in den Beutel. „So, Kleiner, ich bin sehr müde, schlaf gut.“ Der alte Mann schaut Klops freundlich an, dreht sich um und geht in eine kleine Kammer, um zu schlafen. Klops guckt in die Speisekammer, ob sie gefüllt ist, legt sich strahlend auf das halb zerfallene Sofa.
„Guten Morgen, mein kleiner Freund, hast du gut geschlafen?“ Lächelnd sitzt der alte grauhaarige Mann am gedeckten Tisch. „Ja, ich habe gut geschlafen, Harald, guten Morgen. Wie ich sehe, hast du die köstlichen Speisen entdeckt. Nach dem Frühstück wandere ich weiter.“ Klops setzt sich an den Tisch und lässt es sich schmecken. „Ja, als ich aus meiner Kammer kam, roch es hier so lecker, da habe ich in die Speisekammer geschaut und die Köstlichkeiten entdeckt, danke.“ – „Hauptsache, es schmeckt dir. So, ich bin satt, tschüss!“ Klops öffnet die Tür und eilt davon, läuft die schmale Straße entlang, lacht und singt bis ans Ende des Dorfes. Klops sieht kein armes Haus mehr und wandert weiter.
Klops sieht einen kleinen klaren, glitzernden See, geht hin und ruht sich aus. Kurz bevor es dunkel wird, wandert er weiter durch den dichten grünen Wald. Spät in der Nacht legt Klops sich an einen knorrigen Baumstamm, um zu schlafen. Bevor er einschläft, bewundert er noch den schönen leuchtenden Sternenhimmel. „Habe ich gut geschlafen, erstmal frühstücken!“ Klops schaut sich um, sieht eine Lichtung mit einer schönen blühenden Wiese, geht zur Wiese, holt seinen kleinen Beutel aus seiner Tasche, holt die Miniaturen heraus, stellt sie auf die blühende Wiese, wartet kurz, setzt sich an den Tisch und genießt die Köstlichkeiten.
Satt und fröhlich macht sich Klops auf den Weg. Den ganzen Tag wandert Klops pfeifend durch den dichten grünen Wald, bis er zu einem kleinen Dorf kommt. Dort schaut er sich um, sieht aber kein armes Haus. Eine feine Dame kommt ihm entgegen, fröhlich stellt Klops sich vor: „Hier gibt es wohl keine armen Leute, gute Frau?“ – „Hier nicht, aber im nächsten Dorf gibt es sehr viele arme Leute, das ist gar nicht mehr so weit“, meint die nette feine Dame und schlendert weiter, ohne auf Klops zu achten. Klops konnte sich noch nicht mal bei der feinen Dame bedanken, so schnell war sie verschwunden. Klops geht weiter, hinter einer Wegbiegung sieht er schon ein altes Haus und eilt darauf zu. Klops klopft.
„Herein, wenn es kein Böser ist“, ruft eine arme alte Frau. Blitzschnell eilt Klops in das Haus. „Sagt nichts, gute Frau, gleich könnt Ihr essen.“ Klops greift in seine Tasche, holt den kleinen Beutel heraus. Erstaunt schaut die alte tattrige Frau zu, wie Klops die Miniaturen auf den Boden stellt. Schwupp, wächst alles, bis es normal groß ist. „Kommt, setzt Euch, lasst es Euch schmecken, gute Frau!“ Klops steht strahlend vor dem Tisch und schaut die nette Frau an. Schnell setzt sich die alte Frau an den Tisch, schweigend genießen sie die Köstlichkeiten.
„Das war wirklich lecker. Entschuldige, dass ich so geschwiegen habe, aber ich habe noch nie solch feine Sachen gegessen. Aber sag, kleiner Freund, wie heißt du, damit ich mich bei dir bedanken kann?“ Sie schaut Klops strahlend vor Freude an. „Ich heiße Klops und komme aus einem fremden Land, um allen armen Menschen zu helfen, die ich treffe.“ Er schaut die Frau freundlich an und lächelt. Sie reden und reden. Kurz bevor die Sonne aufgeht, wird die alte Frau sehr müde und möchte nur noch schlafen. Die alte Frau steht auf, geht zu einer kleinen Kammer. „Hier, Klops, die Kammer ist zwar nicht groß, aber sehr gemütlich. Ich wünsche dir eine gute Nacht, mein kleiner Freund.“ – „Gute Nacht, Erna, danke, schlaf gut.“ Die alte tattrige Frau geht in ihre Kammer, um zu schlafen. Klops legt sich hin und schläft.
„Tschüss, Erna“, ruft Klops und eilt zu einem anderen Haus, klopft und geht blitzschnell hinein, stellt seine Miniaturen auf den Boden im Wohnzimmer. Erstaunt schaut die Familie zu. Sie eilen zum gedeckten Tisch, genießen die Köstlichkeiten und bedanken sich bei Klops. Klops sagt seinen Zauberspruch, die Speisekammer füllt sich, er steckt die Miniaturen in seinen Beutel und verabschiedet sich, um noch viele arme Menschen im Dorf glücklich zu machen.

© Heiko Wohlgemuth